Das Ende einer fantastischen Zusammenarbeit – Symbolische Scheckübergabe durch die Essl Kunstvermittler


Die Initiative von Karlheinz Essl, der seine Kunstvermittler Anfang 2015 gebeten hatte, sich zu überlegen, wie man mit den Gästen in der Magdeburg Kaserne sinnvoll arbeiten und ein gegenseitiges Kennenlernen ermöglichen könne, hat nachhaltig Großes bewirkt.

Durch gemeinsames kreatives Arbeiten, Kunstvermittlung, Musik- und Theaterworkshops entstand in kurzer Zeit einer der beliebtesten Treffpunkte von Asylwerbern und Klosterneuburgern.
Im Offenen Atelier entwickelten sich Bekanntschaften, Freundschaften, und mehrere der Gäste fanden hier weitergehende Unterstützung, Paten, selbst Menschen, die sie schließlich bei sich aufnahmen.

Der Kulturbetrieb des Museums auf der einen Seite, und das soziale Engagement des Hauses auf der anderen, sind zwei getrennte Aspekte. Kaum irgendwo gab es jedoch eine so erfolgreiche Symbiose dieser beiden in der Integrationsarbeit.
Sie wurde hier beispielhaft gelebt, ein weiteres Mal fällt ‚Klosterneuburg‘ in diesem Zusammenhang als Synonym dafür, wie man es in einer Gesellschaft gut und richtig machen kann.
Umso bedauerlicher ist es, dass der enorme Wert der Arbeit des Museums - auch in der Verhinderung der Entstehung von Gegenwartsproblemen - keinen Einfluss auf die Entscheidung des Bundes haben konnte, nicht auch seinen Teil zum Erhalt beizutragen.
Und so musste nicht nur das Essl Museum nach 17 Jahren die Pforten schließen, sondern nach 17 Monaten ebenfalls eines der nachhaltigsten Projekte beendet werden.

In den letzten Tagen des Museumsbetriebs wurde durch eine Tombola Geld für den Verein ‚Klosterneuburg hilft‘ gesammelt
, eine gemeinsame Aktion von den Abteilungen Marketing, Kunstvermittlung und Bookshop. Jedes Los gewann, unter anderem  wertvolle Grafiken, Kunstkataloge, Plakate, u.v.m. Einem Großteil der Besucher war das Engagement des Hauses bekannt und man schätzte die Aktion – das zeigt auch der Spendenscheck.

 

Dem Ehepaar Essl und seinen Kunstvermittlern ist es ein Anliegen, dass mit dieser Spende die Integration in Klosterneuburg weiter gefördert wird. Auch wenn die lebendige Begegnung durch nichts zu ersetzen ist - Der Verein wird den Spendenbetrag ganz in diesem Sinne verwenden – Bildung in allen, und nicht zuletzt kulturellen Bereichen.

 

 

(c) Sabine Gösker & Andreas Hoffer
Personen v.l.n.r.: Lisa Köhler-Reiter, Lucia Binder-Sabha, Isabella Riediger, Traude Haller, Herbert Poerner-Kamsker, Mela Maresch, Andreas Hoffer, Sabine Gösker, Heidi Sonderegger, Maria-Theresia Moritz, Barbara Royc

 


Aussendung vom 22.12.2015:

Dieser Brief von Frau Dr. Eva Potura ging heute auch an diverse Medien

Liebes Christkind!

Ergeht zusätzlich an...

Sebastian Kurz

Johanna Mikl Leitner

Hans Niessl

Erwin Pröll

Christian Konrad

 

Ich bin traurig. Ich bin verzweifelt. Ich weiß nicht, an wen ich mich wenden soll. Mein Land macht es mir nicht leicht. Wer ist zuständig? Da fängt mein Problem an.

 

Seit Juni bin ich ehrenamtliche Helferin bei „Klosterneuburg hilft“. Ich konnte das Nichtstun nicht mehr aushalten. Ich habe mich bemüht, und Deutsch in der Magdeburgkaserne unterrichtet. Und ich bin keine Deutschlehrerin. Ich bin Ärztin. Ich bin Mutter. Ich bin berufstätig.

 

Dann war ich ein paar Mal in Traiskirchen und mit den Nerven am Ende. Weißt du, ich bin nicht gerade zart besaitet, ich habe schon viel als Intensivmedizinerin in den Notaufnahmen in allen Teilen der Welt gesehen. Aber Traiskirchen hat mich erschüttert. So erschüttert, dass ich noch eifriger wurde. Ich lernte die Menschen kennen, die vor Krieg und Terror flohen. Ich sprach mit ihnen, ich kochte mit ihnen, stell Dir vor, ich hatte Spaß mit ihnen. Die Menschen, die hier herkamen, die Menschen, die ihnen halfen, das gab mir wieder Hoffnung. Dann kam der 12. November. Nein, es war nicht die Nacht der Nächte, wo ich mit anderen Helfern eingeladen von Christian Konrad feierte. Es war eine unruhige, nervenaufreibende Nacht. Spät abends erhielt ich die Nachricht, dass meine Freunde am nächsten Tag aus der Magdeburgkaserne gebracht werden und zwar um 7:00 morgens. 113 Menschen wurden weggebracht. Es gab keine Gelegenheit, den Transfer zu verhindern, oder sich zu verabschieden. Die Schulen wurden vorab nicht informiert. Die Kasernenleitung ebenfalls nicht. Ich war wütend. Meine Freunde wurden ins Burgenland gebracht. Das Quartier dort entspricht nicht der Würde eines Menschen. Doch nichtsdestotrotz. Ich dachte mir, nur nicht aufgeben. „Ja nicht aufgeben. Haus suchen, hier in der Umgebung- jetzt.“ Damit der Schulbesuch fortgeführt werden kann, damit die Integrationsarbeit, die wir hier leisten, fortgesetzt werden kann, damit die Möglichkeit des Deutschlernens bestehen bleibt. Damit die Familie zusammenbleibt, ein Teil wohnt nämlich bereits hier. Ich bin im ständigen Kontakt mit ihnen. Gedacht. Nachgedacht. Handlungen gesetzt. Haus gefunden. Alles in die Wege geleitet- für den LEGALEN Transfer vom Burgenland nach Niederösterreich.  Der Verlegungsantrag wurde 2 Wochen später, am 26.11 eingereicht. Für eine Verlegung vom BURGENLAND nach NIEDERÖSTERREICH. Nicht von Syrien in die Türkei. Nicht von der Türkei nach Griechenland. Nicht von Griechenland hierher. Vom Burgenland nach Niederösterreich. Und es passierte: Nichts.

 

Währenddessen haben wir in den Medien von Wertekursen, islamischen Kindergärten, nach Geschlechtern getrennten AMS Kursen, und Wertebroschüren gehört. Von zigtausenden Menschen in Notunterkünften. Und von einem Unterkunftsmangel.

15.000 Grundversorgungsquartiere fehlen laut der Presseaussendung der Hilfsorganisationen vom 15.12.Und gleichzeitig stehen Privatquartiere leer, weil? Ja weil?

 

 

Die Verantwortlichen sagen immer nur - WAS ALLES NICHT GEHT.

 

Und ich will beweisen, dass es geht. Es geht, mit Zuhören. Es geht, mit Zuspruch. Es geht, mit geballter Kraft. Mission: Würde zurückgeben. Mission, Perspektiven schaffen.

Ich bin Ärztin, ich bin Mutter, ich bin berufstätig. Es benötigt viel Zeit.  Aber es muss gehen. Es muss doch gehen, dass man begonnene Integration nicht kaputtbürokratisiert. Es muss doch gehen, dass man hier weiterplanen kann. In meinem Kopf und nicht nur in meinem – da sind Ideen, Ende nie. Von der Gründungsidee mit der Näherin, bis zum Inskribieren der Erwachsenen an der Uni- alles wäre möglich. Alles machbar.

Doch bis heute, nach knappen 20 Telefonaten, unzähligen Emails, trotz Unterstützung des zuständigen Bürgermeisters und der Ortsvorsteherin, ist die Familie, die zuvor 2,5 Monate hier in Klosterneuburg war, immer noch im Burgenland. Ohne Schule. Ohne Deutschkurse. Ohne ausreichende Anzahl von Betten, in einer menschenunwürdigen Unterkunft, die wir auch mit Fotos belegen können.

Der Eigentümer des ersten Hauses, welches wir gefunden haben, benötigt sein Haus jetzt selbst. Nachdem es monatelang leer gestanden ist- und es in dieser Zeit den NGOs aufgrund Personalmangels nicht möglich gewesen ist, eine Flüchtlingsfamilie einzuquartieren. In Windeseile, d.h. genau einen Tag später, haben wir, eine Gruppe von berufstätigen Müttern - Ärztinnen,  es geschafft, ein neues Zuhause aufzutreiben- dies ist den Behörden sofort gemeldet worden.

Wir haben es eingerichtet. Komplett mit gespendeten Möbeln. Eine alleinerziehende Mutter, die selbst sehr knapp bei Kasse ist, hat uns eine ADA Bettcouch geschenkt. Wir haben einen Transporter organisiert, wir haben die Couch getragen, transportiert. Wir haben einen Tisch, Kleiderschränke, Eckbank, 6 Betten, Bettwäsche, Handtücher, Lampen, Geschirr ALLES organisiert. Die Menschen wollen helfen. Diese Dinge wurden gespendet. Also- es geht.

 

 

Alles ist da. Nur die Familie nicht.

 

 

 

Liebes Christkind,

 

 

Integration, ein Mitglied in der Gesellschaft zu werden, mit den Werten, die wir so hochhalten, kann nur stattfinden, wenn man sie nicht ständig torpediert.
Liebes Christkind, die Herbergssuche für diese Familie war erfolgreich. Doch eine Übersiedlung vom Burgenland nach Niederösterreich ist ein bürokratischer Kraftakt.
Und ich spreche hier nicht von einem Einzelfall, liebes Christkind. Und das, obwohl es alle wissen, dass es gehen muss, liebes Christkind.  Hör dir doch mal die Geschichte da im Radio an:
http://oe1.orf.at/programm/425386

Mein größter Wunsch ist, dass sich der Integrationsminister, die Innenministerin und die Landeshauptleute, endlich zuständig fühlen. Und die Verantwortung nicht ständig herumschieben. Und gemeinsam handeln. Nicht immer mit dem Finger auf die EU zeigen und Solidarität schreien und es im eigenen Land nicht hinkriegen. Nicht immer mit dem Finger auf die Menschen, die Hilfe benötigen, zeigen und ihnen erklären, wie es nicht geht.

Zeigen, was alles geht.

Liebes Christkind, go for it.

Dankeschön.

 

 

Deine Eva


Wer sind wir:


Wir sind eine bunte, überparteiliche Gruppe von Menschen aus Klosterneuburg, die in ihrer Freizeit unentgeltlich in der Initiative mitarbeiten. 

Ein gutes Miteinander von Bevölkerung und Asylwerbern ist das Ziel von "Klosterneuburg hilft".

 

Uns geht es darum, Flüchtlingen als Menschen zu begegnen, Zeit mit ihnen zu verbringen, Barrieren und Ängste auf beiden Seiten abzubauen und so zu versuchen, die Flüchtlingen wie auch die Gemeinde in der sie untergekommen sind, zu unterstützen.

 

Gegründet wurde die Initiative „Klosterneuburg hilft“ im November 2014 als Antwort auf von vornherein ablehnende Stimmen zur Unterbringung von Flüchtlingen in der Magdeburg-Kaserne in Klosterneuburg.

Sabine Gösker startete die Facebook-Seite "Klosterneuburg hilft", die binnen weniger Tagen mehrere hundert Unterstützerinnen und Unterstützer hatte (Stand September 2015: über 1400 Mitglieder). Seit der Ankunft der Asylwerber in Klosterneuburg vernetzen sich viele BewohnerInnen dieser Stadt und bieten den Asylwerbern eine herzliche Willkommenskultur. Sie ermöglichen unentgeltlich regelmässige Aktivitäten sowie Unterstützung bei Arzt-, und Ämterbesuchen.

 

In der Magdeburg-Kaserne sind (fluktuierend)  etwa 250 Asylwerber untergebracht. Sie kommen hauptsächlich aus Syrien, Afghanistan, dem Irak, und Somalia. Derzeit sind mehr als die Hälfte der Bewohner sogenannte "unbegleitete Minderjährige Flüchtlinge" - d.h. Jugendliche unter 18 Jahren, die alleine nach Österreich gekommen sind. Dazu kommen in einem separaten Gebäude untergebrachte Familien aus Syrien und Afghanistan.

 

Die Magdeburg-Kaserne ist sozusagen eine Aussenstelle des Erstaufnahmelagers Traiskirchen; deshalb bleiben die Menschen hier nur wenige Wochen bis Monate, bevor sie entweder in andere permanente Quartiere in Österreich ("Grundversorgung" - während der Dauer des Asylverfahrens) aufgenommen, oder aber in andere Länder abgeschoben werden (wenn sie nach der Erstprüfung in Österreich gar nicht erst zum Asylverfahren zugelassen werden).

 

Von Jänner bis Ende August 2015 wurden wir sehr aktiv mit Rat, Tat und Veranstaltungen von der Caritas Gruppe KOMPA unterstützt, ohne deren Hilfe vieles nicht möglich gewesen wäre.
Auch die Klosterneuburger Sportvereine, die Pfadfinder, mehrere Pfarren, das Essl Museum, mehrere Gastronomiebetriebe, die Gruppe Seelenklang und viele andere unterstützen die Initiative auf wunderbare Weise. DANKE!


Statement der Bürgerinitiative 'Klosterneuburg hilft' vom 15. Mai 2015

 

Erfolge und Zukunft der Bürgerinitiative

 

Im Glauben daran, dass vor allem ein freundliches Entgegenkommen ein friedliches Miteinander generiert, hat sich in den vergangenen sechs Monaten in Klosterneuburg mit unserer Bürgerinitiative eine solide Bewegung für die Menschlichkeit entwickelt, der täglich mehr BürgerInnen beitreten.


Eine sehr große Anzahl von BürgerInnen hat sich für ein aktives Willkommen der uns vorübergehend anvertrauten Flüchtlinge eingesetzt.  

Das ausgezeichnete Miteinander ist mittlerweile ein weit über die Stadtgrenzen hinaus bekanntes, und vielzitiertes Vorbild für eine stetig wachsende Zahl anderer aktiver Gemeinden.
Eine Unzahl hoch engagierter Freiwilliger wurde von Beginn an in großartiger Weise von der CARITAS mit dem Projekt KOMPA unterstützt.


Diese wunderbar gelungene Kooperation zwischen KlosterneuburgerInnen und den Profis der CARITAS hat uns letztendlich diesen Integrationserfolg ermöglicht, sowie dazu beigetragen, dass der Stadtrat schnell und fast einstimmig für eine Dauerunterbringung von Asylwerbern gestimmt hat.
Wir sind mit der Caritas gut vernetzt, haben mit ihr eine fruchtbare und positive Zusammenarbeit erlebt, immer Unterstützung bekommen und viel gelernt, wurden motiviert, hatten mit jeder Frage zu jeder Zeit einen kompetenten Ansprechpartner, und konnten Rat und Hilfe untereinander weitergeben. So entstand nebenbei auch noch ein größeres Miteinander unter den Bürgern.

 

Wir haben uns gemeinsam mit der Caritas tatkräftig dafür eingesetzt, dass wir hier in Klosterneuburg dauerhaft Flüchtlinge unterbringen können, und tun dies noch.

Wir haben den hier lebenden Asylwerbern mit einem Angebot an qualitativ hochwertigen Aktivitäten eine herzliche Willkommenskultur geboten und eine genutzte Integrationsmöglichkeit gegeben.

 

Dank des Stifts Klosterneuburg braucht die Kaserne nun nicht wie geplant mit Ende Mai geschlossen werden, sondern kann vorbehaltlos vorerst weitergeführt werden – die Freude darüber ist groß.

Wir wünschen uns, dass nach Ablauf des Vertrages mit der ORS, in Zukunft die Caritas - die ab sofort dafür bereit stünde -  das Haus in Klosterneuburg im Sinne Organisation und der Bürgerinitiative weiterführen kann.

Wir benötigen die Professionalität und Menschlichkeit der Caritas, um die von uns angestrebte Qualität in der Betreuung erreichen zu können. Daran hängt zu einem Gutteil die Motivation der vielen - über alle Maßen - engagierten KlosterneuburgerInnen.

 

Wir fordern daher, die Führung der Flüchtlingseinrichtung in Klosterneuburg an die CARITAS zu übergeben und in weiterer Folge eine Dauereinrichtung anzustreben.

Unter diesen Voraussetzungen sind wir KlosterneuburgerInnen auch weiterhin bereit, uns für das gute Gelingen der Integration in der Gemeinde mit aller Kraft  einzusetzen.

 

Klosterneuburg hilft


einige Mitglieder der Initiative

vlnr: Herbert Poerner-Kamsker, Katalin Wette-Greilinger, Uschi Ottawa, Caren Bischoff, Claudia Chlebecek, Sabine Gösker


über 300x in andere Gruppen, und auf privaten Seiten geteiltes Facebook Post vom 13.11.2015

Die Lage heute früh: Die Helfer in Klosterneuburg möchten am liebsten alles hinschmeissen. Unverständnis, Demotivation und Wut.


Die letzten Monate haben bewiesen: Der Staat ist zu 100% auf den Goodwill der Gemeinden und der Menschen angewiesen, und auf die Organisationserfahrung der NGOs. Der Staat scheint es vorzuziehen, dies zu ignorieren.

Klosterneuburg ist ein Durchgangslager. Niemand ist auf Dauer hier und soll es auch nicht bleiben. So weit so gut. Aber auch hier kann und muss bereits hervorragende Integrationsarbeit geleistet werden.

 

Wir möchten, dass das gesehen wird und anerkannt wird. Hier wird hart gearbeitet, ruhig und fleissig, immer im Sinne der guten Zusammenarbeit aller Beteiligten. Man hilft sich gegenseitig, es läuft gut. Auf kommunaler Ebene.

Wir erfahren in der Nacht, dass 113 Asylwerber um 7 in der Früh abgeholt und transferiert werden.
Ich war heute morgen unterwegs, habe telefoniert, persönlich nachgefragt und habe an der Kaserne die Menschen in die Busse steigen sehen. Rein durfte ich ja nicht, um mich zu verabschieden.

 

Das Schlimme ist nicht der Transfer. Die Menschen müssen ja irgendwo ankommen, wo sie länger bleiben können.

 

Das Schlimme ist:
NIEMAND wurde vorher informiert, nicht die Gemeinde, nicht die Schulen, die die Kinder seit ein paar Wochen besuchen.
Eltern sitzen in Deutschkursen, die sie jetzt abbrechen müssen.
Es gibt Menschen, die sind krank, in längerfristiger amubulanter ärztlicher Behandlung, etc etc.
Man lässt den Menschen keine Zeit, Dinge zu ordnen, Fragen beantwortet zu bekommen, sich zu verabschieden.

 

Niemand wird behaupten, dass jemandem aus heiterem Himmel gestern am Nachmittag Quartiere für 113 Menschen in den Schoß gefallen sind, dass sich Transporte wie von Geisterhand organisiert haben, und innerhalb von 15 Stunden der Spuk vorüber ist.

 

Niemand wird auch behaupten, dass von den Menschen, die sich hier reinknien und sich bucklig arbeiten, keiner ein paar Tage vorher informiert werden konnte.
Nicht die Schuldirektoren, nicht die Gemeinde, nicht die Kasernenleitung.

Es mag nicht in Zahlen kalkulierbar sein, aber die Arbeit am Menschen und für die Gemeinde ist in diesen Zeiten die wichtigste.

 

Es ist uns bekannt, dass unsere Arbeit geschätzt wird und österreichweit bekannt gemacht hat. Der Wert ist aber nicht ins tiefere Bewusstsein mancher Entscheidungsträger vorgedrungen. Oder haben die Angst, dass nichts mehr getan wird, wenn wir mehr Informationen bekommen?

 

Wir verlangen nichts, aber wir wünschen, dass wir aktzeptiert und anerkannt werden, und dass wir die Menschen ordentlich und eben menschlich verabschieden könnten.

Der kalkulierbare Aufwand an Deutschkursen, an Büchern, Fahrscheinen, Material für andere Aktivitäten, den ersetzt uns das BMI auch nicht. (Aber bitte, unser Spendenkonto ist über die Website zu finden!!!) Bei den Helfern entsteht der Eindruck, ausgenutzt zu werden.
Das ist nicht gut

 

Ein Agieren, das auf Nicht-Information aller wichtigen Beteiligten basiert, ist nicht hinzunehmen. Allein in Klosterneuburg sind im letzten Jahr mit Sicherheit ein Dutzend Vollzeitstellen mit Freiwilligenarbeit ausgelastet gewesen, eher mehr.
Das ist kein Freizeitspaß sondern sehr ernstzunehmende Arbeit, allein schon gut am Wiener Wahlkampf zu sehen.
Ohne diese Arbeit, hier wie in anderen Gemeinden, wäre der soziale Friede schon lange in Frage gestellt gewesen.


Fotos aus den Alben der fb Gruppe 'Klosterneuburg hilft'  können zur Veröffentlichung in höherer Auflösung angefordert werden.