Themenabend 4.11.2015 Unterbringung


Wichtiges zur Unterbringung von Asylwerbern in Privatquartieren

 

Vortragende: Caroline Kling, Traude Haller und Angela Binde-Flosdorf

 

Checkliste von Traude Haller, wie man vorzugehen hat, wenn man einen Asylwerber (Erwachsene oder Familie) privat unterbringen möchte. traude.haller@gmx.at

Wenn es sich um unbegleitete minderjährige Flüchtlinge handelt, bitte an Angela Binde-Flosdorf wenden unter: a.binde@gmx.at

 

Grundsätzlich

-       In den Erstaufnahmezentren und in der Kaserne  werden die AW vom Bund betreut. Übersiedeln nun die AW in ein Privatquartier, übernimmt das Land die Grundversorgung. Deshalb ist es wichtig, die gesetzlichen Vorschriften zu befolgen, damit die AW nicht aus der Grundversorgung fallen.

-       Wenn jemand schon in Betreuung ist, in einem anderen Bundesland, ist der Rückwechsel sehr aufwendig aber möglich.

-       Bei Jugendlichen kann man ein Schnellverfahren einleiten (Dauer ca. 3 Wochen)

 




 

Wie kann man sich gut vorbereiten, um einen Asylwerber aufnehmen zu können?

 

Was kann/ wird auf mich zukommen?

-       Viel Organisationsaufwand: viele Telefonate, Wege Behörden,

Wohnberatung-

(Anm.: Diakonie Wien: alleinstehende Männer haben es besonders schwer, ein Quartier zu bekommen.)

-       Familiennachzug ist ein großes Thema, vor allem bei Syrern, Irakern (nicht so sehr Afghanen). Einerseits organisatorisch aufwendig aber auch emotional.

 

Was lernt man dadurch?

-       Neue Bräuche, Gewohnheiten

-       Neues Essen

-       Neues Familienmitglied

 

Womit wird man (oft täglich)konfrontiert?

-       Tod und Trauer: Alle haben viel hinter sich gelassen, egal wie die Akutbelastung ist. Der Tod ist oft sehr präsent (andere Familienmitglieder/ Freunde). Viele beschäftigen sich rund um die Uhr mit Nachrichten aus ihrem Heimatland.

-       Verlassen sein (nicht unbedingt bei allen Nationalitäten gleich)

-       Unstillbare Sehnsucht: es existiert das Haus nicht mehr, die Menschen nicht mehr- nur mehr die Bilder auf Facebook

-       Gefühlsschwankungen: tiefe Trauer und Euphorie nahe beieinander.

-       Verzweiflung, Unselbständigkeit, Sturheit, Gefühl der Fremdheit

-       Die pers. Geschichten begleiten den ganzen Tag.

 

Was bekommt man dafür?

-       Beziehung - Nähe

-       Freude

-       Sinn

-       Neue Erfahrungen

-       Entwicklung/ Lernen

-       Reichtum

-       Liebe

 

Wie kann man sich ( und seine Familie!) vorbereiten?

Warum möchte ich das selber machen? Was habe ich für Erwartungen?

Kenne ich den Menschen schon, oder bekomme ich jemanden zugeteilt?

Wenn man schon jemanden kennt: was möchte der? Einen eigenen Wohnbereich, oder starken Anschluss? Es soll keine Einengung sein.

 

Fragen, die ich mir vorher stellen sollte:

-       Haben wir einen Platz im Haus?

-       Mit allen Familienmitgliedern besprechen. Einigkeit muss herrschen. Ein gemeinsames Bild davon bekommen, was das dann sein soll.

-       Was heißt es für die eigenen Kinder? („Ein Bub der gleich alt ist wie mein Kind- gemeinsamer Turnunterricht - toll – nicht unbedingt.“)

-       Was bedeutet es, wenn Asylwerber noch nicht Deutsch spricht? Bei Kindern schwer, es gibt immer einen, der ausgeschlossen wird aus dem Gespräch.

-       Mit Kultur auseinandersetzten

-       Auseinandersetzung mit Rahmenbedingungen (Geld, diverse Verfahren etc.

 

Einfluss auf eigene Familiendynamik ist sehr groß!

-       Welche Regeln wollen wir uns geben?

-       Nachbarn vorbereiten! Wer oder was wird mich unterstützen?

-       Nähe und Distanz – beide Seiten

-       Ist der, den wir aufnehmen Teil der Familie oder nicht?

 

 

Was brauchen die Klosterneuburger, die bereits jemanden untergebracht haben?

-       Deutschkurse, die außerhalb der Kaserne stattfinden.

à Deutschkurse (inkl. Zertifikate) sind besonders wichtig, im Falle eines negativen Asylbescheids. Anhand dessen wird festgestellt, in wie weit der Asylwerber/ die Asylwerberin bereits integriert ist.

 

-       Beschäftigung unter der Woche

Zum Beispiel gleichaltrige Kinder, die unter der Woche gemeinsam etwas unternehmen können.

 

 

 

Wichtige Informationen:

 

Diakonie:

noewe@diakonie.at

wohnberatung.noe@diakonie.at

www.diakonie.at/Wohnraumspende

 

Amt der NÖ Landesregierung, Abteilung IVW2 Koordinationsstelle für Ausländerfragen, Grundversorgung:

www.noe.gv.at

post.ivw2fluechtlingshilfe@noel.gv.at

 

Detailierte Informationen: www.klosterneuburg-hilft.at/asylinfo/