Lehrer, die bei Deutsch, Mathematik oder anderen Gegenständen helfen, werden immer gesucht. Es gibt die gesamte Palette: Menschen, bei denen der Fokus noch auf dem Erlernen der deutschen Sprache liegt, und Personen, die bereits eine Schule oder Berufsschule besuchen und sich über Nachhilfe in verschiedenen Fächern freuen.


Das Erlernen der Sprache Deutsch ist der erste und wichtigste Baustein für eine Integration in allen weiteren Lebenbereichen.


Klosterneuburg hilft hat ein internes Programm zum Deutschunterricht, entwickelt, und ständig weiterentwickelt, von Stephanie Schmid und Liza Höttinger.


Asylwerber, die sich erfolgreich durch diesen Deutschkurs gearbeitet haben, Fleiss und Willen zeigen, bekommen von der Initiative weitere, externe Deutschkurse mitfinanziert. Hier wird eng mit der VHS und der Gemeinde Klosterneuburg kooperiert, die diese Kurse ebenfalls subentioniert.


Deutschunterricht
  • Die Levelhefte von Stephanie Schmid sind online abrufbar. Gerne dürfen sie heruntergeladen, verfielfältigt, geheftet, und als Spende zur Verfügung gestellt werden. Die Website mit den Links ist ausserdem für Smartphones zur mobilen Nutzung optimiert!
    Die Hefte sind auf das Lernen mit Asylwerbern und deren besondere Situation abgestimmt. Das Ziel ist es, möglichst schnell kommunizieren zu können. Die Basis dafür ist mit Level 1  und Level 2 abgedeckt.

    Kleinere Einheiten erleichtern das Lernen, da die Dauer der Kursteilnahme oft unbekannt ist und unterschiedliche Leistungsstufen der Teilnehmer den Unterricht mit Büchern erschweren. Kleinere Einheiten vermitteln auch schneller das Gefühl, etwas geschafft zu haben.

    Die Unterlagen sind freundlich aber bewusst mit wenig Farbe gestaltet um Kopierkosten gering zu halten. Die Hefte bestehen aus 10-23 Seiten und sind mit Lehranleitungen versehen. Die Idee ist im Rahmen des Deutschunterrichts mit Asylwerbern in Klosterneuburg entstanden.


Deutschlernen mit Asylwerberinnen und Asylwerbern – Wie fange ich an?

Du hast noch nie unterrichtet? Kein Problem – aller Anfang ist leicht!

 

1. Es gibt viele Unterlagen, welche eignen sich am besten?
Wenn du in einer Notschlafstelle oder an einem der Bahnhöfe unterrichtest – mit Menschen, die nur kurz da sind, dann eignen sich die Unterlagen der ÖH Linz sehr gut. Sie vermitteln die wichtigsten Basics auf Deutsch und Farsi oder Deutsch und Arabisch, außerdem ermöglichen sie ein Selbststudium.
Wenn du viele Schülerinnen und Schüler in Privatquartieren, einer Durchgangs-, oder Dauerunterkunft unterrichtest, also etwas mehr Zeit zum Lernen und wechselnde Schülerinnen und Schüler hast, dann eignet sich der Deutschkurs Klosterneuburg perfekt.
Wenn du eine sehr kleine Gruppe oder Einzelpersonen unterrichtest, die einen Fixplatz und keinen Zeitdruck haben, dann kannst du auch mit A1 Büchern unterrichten.
Ergänzendes Material und Übungszettel findest du z.B. hier: Graf-Gutfreund.

 

2. Info zum Deutschkurs Klosterneuburg
Die Hefte sind auf das Lernen mit Asylwerberinnen und Asylwerbern und deren besondere Situation abgestimmt. Das Ziel ist es, möglichst schnell auf Deutsch kommunizieren zu können. Die Basis dafür ist mit Level 1-2 abgedeckt.
Kleinere Einheiten erleichtern das Lernen, da die Dauer der Kursteilnahme oft unbekannt ist und unterschiedliche Leistungsstufen der Teilnehmer den Unterricht mit Büchern erschweren. Kleinere Einheiten vermitteln auch schneller das Gefühl, etwas geschafft zu haben.
Die Unterlagen sind freundlich, aber bewusst mit wenig Farbe gestaltet, um Kopierkosten gering zu halten. Die Hefte bestehen aus 10-23 Seiten und sind mit Lehranleitungen versehen. Die Unterlagen einfach kostenlos auf deutsch.fit herunterladen.


3. Was brauchst du?

  • Für alle Lernenden einen Block oder Heft – am besten A5, 20 Blatt, liniert.
  • Viele Stifte (Werbekulis), auch ein paar Farbstifte.
  • Einen großen Block zum Vorschreiben oder ein White Board für dich (Pagro 9,95)
  • Karton-Flügelmappen, damit die Schülerinnen und Schüler ihre Schulunterlagen gut zusammenhalten können.
  • Tischkärtchen für die Levelzahl, die an diesem Tisch unterrichtet wird.

 

4. Druck dir die Levelhefte aus
Sie sind aufbauend gestaltet. Idealerweise bekommt jeder eine Kopie. In den Heften findest du Lehranleitungen und Tipps. Wenn du nicht so viele drucken kannst oder es zu viele Schülerinnen und Schüler sind, nutzt du sie nur als Vorlage und die Schülerinnen und Schüler schreiben alles in ihre Hefte. Auch mit unserer Website können sie lernen: sie ist für Smartphones optimiert und es gibt es einige Levels auch als Audio-files gesprochen um die Aussprache zu üben. Am besten Druckereien in der Umgebung fragen, oder große Firmen, die mit (Farb-)Kopien unterstützen können. Zusätzlich zu den Lernheften gibt es noch ergänzende Übungshefte.


ABC:
INHALT: Buchstaben und erste Wörter
WICHTIG: Die Buchstaben bitte so beibringen, wie sie auch gelesen werden. Die Laute nicht verlängern!
ZIEL: Buchstaben und zusammenhängendes Lesen lernen.

 

Level 1: 
INHALT: Personen, Artikel, Höflichkeit, Farben, Zahlen, Wochentage und Monate, Geburtsdatum, Uhrzeit
WICHTIG: Vokabeln immer mit Artikel und Plural lernen und oft wiederholen.
ZIEL: Termine verstehen und Formular-fit werden.

 

Level 2
INHALT: Die Familie, Possessivpronomen, der Körper, Fragewörter, regelmäßige/unregelmäßige Verben im Präsens, Ortsangaben, Wohnen
WICHTIG: Zeit lassen, oft wiederholen und durch Übungen ergänzen. Auf die Schreibweise achten.
ZIEL: Nach Abschluss von Level 2 sollte der Schüler auf Deutsch kommunizieren können.

 

Level 3
INHALT: die Fälle, Futur, Perfekt, Personalpronomen
WICHTIG: Level 3 ist fordernd. Die Schüler/innen sollten schon auf Deutsch kommunizieren können.
ZIEL: grammatikalischer Überblick, Konversation

 

Level 4
INHALT: Wiederholung der Zeiten, die Satzstellung, Aktiv/Passiv, Possessivpronomen
ZIEL: flüssige Konversation, Texte verstehen und verfassen können.

 


5. Tipps und Tricks
Ein guter Einstieg in den Unterricht:
ICH heiße … wie heißt DU? ICH komme aus Österreich. Woher kommst DU? Reihum fragen lassen. Dabei kann man sich auch selbst die Namen der Schülerinnen und Schüler besser merken. Alle bitten, ihre Namen aufzuschreiben und testen, ob sie schon alphabetisiert sind.


Leistungslevel kommunizieren:
Kommuniziere die Levels die an den jeweiligen Tischen unterrichtet werden. Es hilft allen Beteiligten, die richtigen Tische zu finden. Schülerinnen und Schüler, die noch mehr Unterstützung brauchen gemeinsam zu einem Tisch führen, an dem sie besser gefördert werden können. Bei einer sehr großen Anzahl von Schülerinnen und Schülern hilft es, wenn eine Lehrerin oder ein Lehrer die Zuteilung übernimmt. Dann sitzen alle schneller an den richtigen Tischen.


Beschriften!
Die Schülerinnen und Schüler bitten, ihre Namen auf die Hefte zu schreiben und alle Unterlagen – auch die Stifte – immer wieder zum Unterricht mitzubringen! Gerne auch kleine Hausaufgaben geben.

 

Erfinderisch sein:
Asylwerberinnen und Asylwerber zu unterrichten heißt, laufend zu improvisieren und kreative Unterrichtsansätze zu finden. Denk dir einfache Spiele aus, die man ohne viel Aufwand spielen kann. Z.B. Ich seh, ich seh was du nicht siehst.

 

Wenn mal gar nichts geht:
Eine Weltkarte oder einen Atlas mitnehmen. Viele Asylwerberinnen und Asylwerber zeigen gerne wo sie herkommen und wie sie nach Europa gekommen sind.
Memory-Spiele – eignen sich gut, um die (oft durch traumatische Erlebnisse beeinträchtigte) Konzentrationsfähigkeit zu trainieren und gleichzeitig erste Vokabeln zu lernen. Du kannst auch die Verbenbilder aus Level 2 2x ausdrucken, laminieren und daraus ein Memory machen.
UNO – Zahlen und Farben einfach gemacht, Uno verstehen wirklich alle, nach 2-3 Übungsrunden kann jede Gruppe spielen und ist ein guter Abschluss der Lerneinheit.


Wir besuchen euch gerne - im Raum Wien - und erzählen euch von unsern Anfängen, Problemen, Lösungen und beantworten gerne eure Fragen. Liebe Grüße aus Klosterneuburg, Liza und Stephanie