Die Galemo Montessorischule hat nicht nur jeden Samstag ihre Pforten für die Asylwerber geöffnet, sondern war noch weitergehend sehr aktiv.

Ein Bericht von Frau Mag. Katharina Jurkowitsch

Wir verstehen KunsT

 

Die Schüler der Montessorischule Galemo haben mit den Fördermitteln von Kulturkontakt Austria ein Projekt durchgeführt, bei dem es um das Miteinander der SchülerInnen mit den Flüchtlingen ging.

Ziel des Projekts war es, auf interdisziplinäre Weise zu helfen, eine Form von Alltag, Beschäftigung und Abwechslung für die neuen Bewohner der Kaserne zu schaffen, sowie von Anfang an ein Miteinander zu fördern, und aktiv mitzugestalten. Dabei sollten Respekt für ein Miteinander und das Zurechtfinden in einer neuen Welt im Mittelpunkt stehen.

Trotz etlicher Kommunikationsschwierigkeiten oder Schlechtwettertagen ist es gelungen, drei Ausflüge ins Museum Gugging zu organisieren. Dadurch konnte für Abwechslung im Alltag der Asylwerber aus der Magdeburgkaserne gesorgt werden.

Das Interesse einender kennenzulernen war auf beiden Seiten groß. Ebenso wie die Freude, sich kreativ auszudrücken. Hier hat uns besonders erstaunt, dass nicht nur die Kinder, sondern auch die Erwachsenen es sichtlich genossen haben, etwas für sich zu gestalten, um die Erlebnisse ihrer Flucht zu verarbeiten, oder sich den Alltag in der Kaserne zu verschönern. Bei den künstlerischen Workshops im Museum Gugging haben wir wundervolle Dinge gebastelt: Reisepuppen, die einen auf Reisen beschützen sollen wie eine Art Talismann; Schatzkisten, die dazu anregen, sich der materiellen oder immateriellen Schätze die man besitzt, bewusst zu werden; oder auch Pölsterüberzüge, um das Zuhause bunter und persönlicher zu gestalten.

Besonderer Dank muss in diesem Zusammenhang auch den beiden Kunstvermittlerinnen aus dem Museum Gugging, Dr. Maria Parucki und Mag. Susanne Profous, ausgesprocen werden, ohne deren überaus flexible und gekonnte Unterstützung dieses tolle Projekt nicht realisierbar gewesen wäre.


'Unser Team' am Freitag Nachmittag, die Kunstvermittler vom Essl Museum Klosterneuburg:
Lucie Binder-Sabha, Andreas Hoffer, Mela Maresch, Maria Theresia Moritz und Adelheid Sonderegger

 

 

 

 

 

 

 

Foto: cédrickaub © Essl Museum

Ein kleiner Auszug aus dem Blog des Teams:


Das Offene Atelier als Begegnungsraum
Das Essl Museum dient als Raum der Begegnung von Menschen unterschiedlicher Herkunft. Jeden Freitagnachmittag öffnet sich das Offene Atelier für Flüchtlinge, BürgerInnen und BesucherInnen zum Kennenlernen, Austauschen, wie auch zur gemeinsamen Kunstbetrachtung und künstlerischen Arbeit. Die jeweiligen Inhalte, Methoden und künstlerischen Techniken werden vom Vermittlungsteam für die Termine konzipiert und der jeweiligen Situation angepasst, dabei spielt die Überwindung von Sprachbarrieren eine große Rolle – Kunst, Musik und Bewegung können dabei helfen. Jeder Nachmittag steht unter einem anderen Motto, z.B. Bildlexikon, Syrien, Afghanistan, Kraftsymbole, Kunst in Bewegung, Musik, etc. Ein wichtiger Teil ist die Kaffeepause als Platz für den gemeinsamen Austausch. Die Jause wird von KlosterneuburgerInnen bereitgestellt.

[...]

Das zuerst nur von Februar bis Ende Mai 2015 geplante Projekt wird nun, da in der Kaserne Klosterneuburg auch weiterhin Flüchtlinge aufgenommen werden, weitergeführt. Das Offene Atelier hat sich in dem ersten halben Jahr zu einem Fixpunkt der Begegnung entwickelt, oft kommen Flüchtlinge auch schon vor Beginn des Termins. An jedem Freitag können neue menschliche und auch ästhetische Erfahrungen gemacht werden.
Alle an Begegnungen mit Menschen unterschiedlicher Herkunft Interessierte, sind eingeladen am Offenen Atelier im Essl Museum aktiv teilzunehmen. Alle können sich in verschiedensten Weisen einbringen, das kann inhaltlich sein, oder durch das Mitbringen von Mehlspeisen, durch aktive Unterstützung der Flüchtlinge bei Alltagsproblemen, durch das Abholen der Flüchtlinge oder durch unterstützende Hilfe der Kunstvermittlung. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, die Teilnahme am Offenen Atelier ist frei, um Anmeldung wird gebeten.

Offenes Atelier: FR, 14.00 – 17.00, Eintritt frei!
Anmeldung: T: 02243 / 370 50 150, E: info@essl.museum